Brücke  

Kunst

Geschichte

Brücke – Kunst – Geschichte

Laut der Sage beginnt die Geschichte der Stadt Kitzingen um etwa 745 mit der Gründung des Benediktinerklosters durch Hadeloga, eine Tochter des fränkischen Hausmeiers Karl Martell. Eines Tages stand sie auf der Terrasse des Schlosses ihres Bruders König Pippin III. der Jüngere auf dem Schwanberg und schaute in das zu ihren Füßen liegende Maintal. Beim Anblick der Lieblichkeit der Landschaft war sie dermaßen entzückt, dass sie beschloss, ein Kloster zu gründen. Sie schickte ihren Schleier in den Wind, der ihn nach Westen ins Tal trug. Da, wo der Schleier zu Boden fiel, wollte sie das Kloster errichten. Der Schäfer Kitz fand den Schleier am westlichen Strand des Mains an einem Weinstock hängend. Hier wurde das Kloster erbaut. Zu Ehren des Schäfers wurde es Kitzingen genannt.

Der Stadtmarketingverein hat in Kooperation mit der Tourist-Information eine Brückenkunst ins Leben gerufen. Sieben überdimensionale Bocksbeutel und eine übergroße Bierflasche wurden am Geländer der Alten Mainbrücke montiert. Pünktlich zur Eröffnung des StadtSchoppens 2020, der aufgrund der Corona-Krise vorerst „dahemm“ genossen werden muss, soll jene Brückenkunst die Blicke der Weinliebhaber und Passanten auf sich ziehen. Auf den Etiketten der montierten Flaschen sind vier stadtgeschichtliche Hintergründe und vier historische Aspekte der Weinhandelsgeschichte von Kitzingen abgebildet. Im folgenden können Sie sich näher über die einzelnen Motive und geschichtlichen Hintergründe informieren.

Einer der ältesten Weinkeller Deutschlands befindet sich im Jahre 745 gegründeten Benediktinerkloster. Der Keller dehnt sich über zwei Stockwerke aus und beherbergte lange das größte Weinfass Frankens, das den Inhalt von 32.600 Bocksbeuteln hatte. Die gesamte Lagerkapazität des Klosterkellers betrug noch in den 1970er Jahren 1,5 Millionen Liter Wein. Die Benediktinerinnen förderten und pflegten den Weinbau in Kitzingen, da das Weinbergsland auf den Mainhügeln zu ihrem Besitz gehörte. Die adeligen Klosterfrauen legten somit den Grundstein zum Aufblühen der späteren Weinhandelsstadt Kitzingen.

Um den Weinreichtum rankt sich auch die Legende des in den Jahren 1469 bis 1496 erbauten Falterturms. Der Falterturm soll in einem wasserarmen, aber mostreichen Sommer errichtet worden sein, sodass man statt Wasser Most zum Kalkanrühren verwendet hat. Dieser ist ihm anscheinend so unters Dach gestiegen, dass er seinen Dachhelm weinselig schief nach Westen gezogen hat. 

Der Name "Falter" leitet sich von "Falltor" ab. Ursprünglich besaß der Turm ein niedrigeres Pendant weiter westlich und zwischen beiden Türmen befand sich eines der fünf Stadttore Kitzingens, das mit einem Falltor verschlossen werden konnte. Der Turm hat eine Höhe von 52 Metern und besitzt sieben Stockwerke.

Von 1963 bis 2011 beherbergte der Turm die Schausammlung des Deutschen Fastnachtmuseums. Im Januar 2011 wurde das Museum geschlossen, da der Falterturm in einem Gutachten als stark brandgefährdet eingestuft wurde.

Der sogenannte schiefe Turm von Kitzingen ist zum Wahrzeichen der weinreichen Stadt geworden.

1482 wurde in Kitzingen Weingeschichte geschrieben: Das erste deutsche Weingesetz wurde im Beisein der Räte der fränkischen Fürsten, Bischof Philipp zu Bamberg, Bischof Rudolf zu Würzburg, Kurfürst Albrecht Achilles zu Brandenburg, sowie der Räte der freien Reichsstadt Nürnberg erlassen. Diese Weinsatzung galt vom Bodensee und Oberrhein bis hinauf nach Sachsen, rühmte überall die Güte der Kitzinger Weinsorten und machte somit den Namen Kitzingen als Weinstadt weithin bekannt. Bei den Winzern herrschte vor Jahrhunderten die schlimme Praxis, Kunstweine durch Beimischung von Rosinen, Himbeersaft, Senf, Glyzerin, Wasser, Zucker und verschiedene Chemikalien herzustellen und als edle Weine zu verkaufen. Ob dies die Menschen vertragen konnten, spielte dabei keine große Rolle. Gemäß des ersten deutschen Weingesetzes wurde jeder Weinpanscher hart bestraft: Seinen gefüllten Weinfässern wurde der Boden ausgeschlagen, der Wein verschüttet. Zudem musste pro Fass ein Strafgulden gezahlt werden.

Die Kreuzkapelle ist eine kleine barocke katholische Kirche im Stadtteil Etwashausen der Stadt Kitzingen. Sie wurde ab 1741 nach den Plänen von Balthasar Neumann erbaut. Auftraggeber war der Würzburger Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn. 

Das Baumaterial war fränkischer Sandstein, das Dach wurde ursprünglich mit Schiefer gedeckt. Der Innenraum besitzt keine Malerei und keinen Stuck, er ist lediglich weiß gestrichen. Nach dem Wunsch des Bauherrn sind auch Altäre und Kanzel zurückhaltend gestaltet.

Die Kirchweihe fand am 17. Oktober im Jahre 1745 statt und damit genau 1000 Jahre nach der Weihe des Benediktinerklosters in Kitzingen im Jahre 745. Gedenk der Einweihung der Kreuzkapelle findet alljährlich die Etwashäuser Kirchweih (Ebshäuser Kerm) am zweiten oder dritten Sonntag im Oktober statt. Die viertägigen Feierlichkeiten erlangen ihren Höhepunkt mit dem festlichen Umzug am Sonntag mit Spielmannszügen und mit Gemüse geschmückten Wagen.

Das Kulturdenkmal „Die Deusterkeller“ liegt am nördlichen Rand der Stadt Kitzingen. Im 19. Jahrhundert hatte Thomas Ehemann, Brauereibesitzer aus Kitzingen, den Keller zwischen zwei Wegen gekauft und somit den Grundstein der Kelleranlage gelegt. Im Zuge der Zeit und mit dem Beginn einer weltweiten Vermarktung seines untergärigen Bieres, musste die Kelleranlage Schritt für Schritt erweitert werden. Da nicht nur Keller zum Lagern erforderlich waren, sondern auch für eine gleichbleibende Kühlung gesorgt werden musste, wurden Eiskeller angelegt. Durch ein ausgeklügeltes Lüftungssystem und durch diesen Eiskeller war es möglich, in größerem Umfang Bier zu lagern.

Oberirdisch ist nur noch der Deuster-Turm mit seinen Ecktourellen Zeugnis des Deuster`schen Besitzes. Dieser beherbergt heute das vogelkundliche Museum.

1845 wurde die Weinhandlung Wilhelm Meuschel Junior in Buchbrunn gegründet. Gut 30 Jahre später siedelte sich die Familie Meuschel in Kitzingen an. 1903 wurde das Weingut Meuschel zum königlich-bayerischen Hoflieferanten berufen. Drei Jahre später bezogen die Meuschels einen stattlichen Neubau.

Die beiden Meuschel-Brüder haben keine Nachfahren, deshalb wurde das Traditionsunternehmen 2018 an einen Investor aus dem Stuttgarter Raum verkauft. Unter Leitung von Markus Heid und Lukas Herrmann soll der Betrieb von Grund auf neu gestaltet werden. Dabei setzen sie aus Überzeugung von Anfang an auf ökologische Bewirtschaftung im Weinberg und verzichten dort wie auch im Keller auf alles Unnötige

Der damals wohl größte Weinhändler Bayerns, Kommerzienrat Max Fromm, war wie die meisten Kitzinger Weinhändler in den 1920er Jahren jüdischen Glaubens. Die Kitzinger Weingroßhandlung Fromm, die 90 Angestellte zählte, führte Weine sämtlicher deutscher Weinbaugebiete sowie ein reichhaltiges Sortiment an Weinen aus dem Ausland. Max Fromm hatte schon bald erkannt, dass ein spezielles Frankenweinhaus, das den Großabnehmer leistungsfähig bedienen kann, in Franken fehlte. Er beauftragte deshalb seinen Prokuristen Leonhard Knoll, zusammen mit bekannten Winzern, die alljährlich ihre Moste an die Firma Fromm ablieferten, einen speziellen Frankenweinbetrieb zu gründen. Der „Bocksbeutelweinvertrieb Fränkischer Weingutbesitzer G.m.b.J“ wurde am 25.Mai 1921 ins Leben gerufen. Dieses Unternehmen entwickelte sich bis zum Zweiten Weltkrieg und auch danach bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts sehr gut, existiert jedoch heute nicht mehr. Es konnte sich damit rühmen, der erste Betrieb in Franken zu sein, der eine vollautomatische Abfüllanlage für Bocksbeutel unterhielt.

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